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Expressive Akkordeonmusik und Chorgesang mit Verve
Das Musizieren auf dem Akkordeon ist wesentlich populärer als vermutet. Hat es doch gegenüber anderen Instrumenten den Vorteil, dass darauf nicht nur einfach über eine Tastatur (dem Diskantteil) die Melodie gespielt werden kann, sondern auch mit dem Bass-Teil zeitgleich eine Rhythmusbegleitung zur Verfügung steht. Das geht zwar auch mit einem großen Klavier, dieses aber ist nicht unbedingt transportabel, und ein Keyboard schafft dies nur mit Hilfe einer Elektronik. Das Akkordeon hingegen ist ein rein analoges Instrument, die Luft zum Anblasen der Stimmzungen wird mit einem Faltenbalg erzeugt. Es ist also reines Solospiel möglich, ohne dass man unbedingt noch andere Instrumente benötigt.
Auf einem guten Akkordeon kann jede Art von Musik gespielt werden, und nicht umsonst wurde es vom deutschen Musikrat „zum Instrument des Jahres“ 2026 erklärt. Sehr beliebt ist jedoch das Musizieren in einem Akkordeon-Orchester, wovon es zurzeit im Siegerland zwei dieses Genres gibt. Das älteste unter diesen ist das Akkordeon-Orchester Siegerland (AOS), das in diesem Jahr sein 70-jähriges Bestehen feiert, wobei man durchaus von einem Jubiläum reden kann.
Aus diesem Grund veranstaltete am vergangenen Samstag das AOS, mit seinen
musikalischen Leiterinnen Kerstin Hoffert und Silvia Steinmetzler, ein Jubiläumskonzert in der vollbesetzten Ev. Laurentius-Kirche in Ferndorf. Als Konzertpartner fungierte die Chor- Formation „Gospeltrain“ unter dem Dirigat von Stefanie Werner. Mit von der Partie waren ferner auch einige Solisten: Julian Bieler-Horn (Trompete), Paul Fiedler (E-Bass) und Katharina Fiedler (E-Gitarre).
Bettina Gerdes, 1. Vorsitzende des AOS, betonte in ihrem Grußwort, dass 70 Jahre weit mehr als nur eine Zahl sei. Dahinter stecke eine lange Geschichte voller Musik, Engagement und vor allem voller Menschen, die ihre Begeisterung für das Akkordeon miteinander teilen würden. Seit sieben Jahrzehnten werde im AOS gemeinsam musiziert. Generationen von Musikerinnen und Musikern hätten mitgespielt – manche für einige Jahre, andere über viele Jahrzehnte hinweg. Und man dürfe mit ein wenig Stolz sagen, dass das AOS das älteste Akkordeon-Orchester im südwestfälischen Raum sei.
Den Auftakt machte als Ausrichter natürlich das AOS – und zwar mit einem spieltechnisch sehr anspruchsvollen Titel: „A New Age Rock“. Das ist eine abwechslungsreiche Komposition des sinfonischen Rocks, bekannt durch melodische Elemente und rockige Rhythmen – die vom AOS durch sorgfältige Registrierung und mit viel Feeling umgesetzt wurde. Die weiteren Kompositionen waren „Feierklänge“, „Metropolitan Pictures“ und „Cantina Band“, worin die volle Bandbreite des Akkordeons in Verbundenheit mit einem hohen Maß
an Expressivität zutage trat. Vor allem wurde erkennbar, dass das Akkordeon keineswegs nur auf die Darbietungen von Polkas oder Walzer beschränkt ist. Die präzise arbeitenden Ventilklappen und die Dosierung der Luftmenge im Balg lassen jeden nur denkbaren Rhythmus zu. Dies konnte das Orchester – im ersten Teil unter der hervorragenden Leitung und Leistung von Kerstin Hoffert - dem erstaunten Publikum eindrucksvoll darstellen. Danach gab es akustische Abwechslung mit den Vorträgen von „Gospeltrain“.
Eine sehr agile Formation, die alte und neue Gospels präsentiert und inzwischen auch durch jazzige Stücke ergänzt wird. Davon gaben Kunde z. B. Kompositionen „Come let uns sing“, „Musik nur, wenn sie laut ist“ oder „I will always sing to you“, um nur einige von den Zuhörerinnen und Zuhörern gefeierten Stücke zu nennen. Als Zugabe brachte der Chor noch das in beschwingtem Stil vorgetragene Stück „Easy on me“ zu Gehör.
Im zweiten Block des Akkordeon-Orchester Siegerland – diesmal unter der Leitung von Silvia Steinmetzler - brillierte das Orchester mit Werken wie „Cherish“ und dem lateinamerikanischen Stück „Tristeza“, was übersetzt Traurigkeit bedeutet, dies jedoch auf brasilianisch, wie Andreas Dörtelmann, Moderator des Orchesters darstellte, denn die rhythmischen Klänge, durch die authentische Solo-Trompete von Julian Bieler Horn unterstützt, verbanden eindrucksvoll die Melancholie und Lebensfreude Brasiliens. Das Abschlussstück des Orchesters, „End of an Era“, erntete tosenden Applaus des Publikums, vor allem für die die beiden Künstler an der E-Gitarre/am E-Bass, Vater und Tochter Paul und Katharina Fiedler.
Im letzten Teil des Konzerts präsentierten sich das AOS und die Formation „Gospeltrain“ gemeinsam; Stimmzunge und Stimmband ergänzten sich vorzüglich. „You Raise me up“ ist eine sehr bekannte Komposition und wurde von beiden Klangkörpern mit reichlich Verve vorgetragen. Und auf das tolle Gospel-Medley „Oh Happy Day“ folgte als letzter Titel noch das „Hallelujah“. Dieses Lied beginnt mit den Worten „Now I’ve heard there was a secret chord”. Es ist ein eher gebrochenes Hallejuja, welches Zweifel, Anklage und Gotteslob verbindet und trotz aller Katastrophen als ein trotziges Ja zum Leben verstanden werden kann. Und genau das passt nur zu gut in die gegenwärtige (unruhige) Zeit. Eine großartige Leistung von Orchester und Chor, die mit stürmischen Ovationen bedacht wurde, aber auch durch den Inhalt und Aussage der vorgetragenen Titel viele tiefgehende Eindrücke beim Publikum hinterließ.
Text mit freundlicher Genehmigung
Hans-Gerhard Maiwald
Adventskonzert in der Peterskapelle Netphen
Das Adventskonzert in der Peterskapelle Netphen (08.12.2025) hat sich zu einem festen Bestandteil des Konzertjahres entwickelt. Das Konzertprogramm umfasste traditionelle sowie moderne Weihnachtsstücke und wurde durch Werke aus dem aktuellen Konzertrepertoire ergänzt. Die Moderation lag erneut in den Händen von Andreas Dörtelmann, der das Programm mit erläuternden Worten sowie drei Gedichtvorträgen bereicherte. Im Anschluss an das Konzert fand der offizielle Jahresabschluss des Orchesters in der Gaststätte Asador in Netphen statt.
Erfolgreiches Konzert in Rhode
10-jähriges Bestehen des Gesangvereins „Westfalia“ Rhode / Akkordeon-Orchester Siegerland e.V. mit Gastauftritt!
Am Sonntag, 26.10.2025, feierte der Gesangverein „Westfalia“ Rhode unter der Leitung von Maurizio Quaremba sein 10-jähriges Bestehen. Unterstützt wurde er dabei in der vollbesetzten St. Cyriakus Kirche in Rhode vom Akkordeon-Orchester Siegerland e.V.
Zum Jubiläum hatte der gemischte Chor, der aus einem traditionsreichen Männergesangverein hervorgegangen ist, eine musikalische Zeitreise versprochen. Charmant und kenntnisreich führten Michael Burghaus und Melanie Sondermann in der voll besetzten Kirche durch den Nachmittag und gaben zu jedem Stück, wie z.B. „Das Morgenrot“ und „Behüte uns Gott“ wichtige Hinweise und hilfreiche Anmerkungen.
Nach diesem ersten Teil präsentierte sich im Anschluss das Akkordeon-Orchester Siegerland e.V. unter der Leitung von Kerstin Hoffert. Die Auswahl der Stücke spiegelte eine interessante Mischung aus zugänglichen Melodien und anspruchsvollen Passagen wieder. Begonnen wurde mit dem Titel „Adiemus“, Amen, und dem schwedischen Volkslied „Return to Värmeland“. Modern und rhythmisch ging es weiter mit dem New Age Rock, „Fields of Gold“ und zum Abschluss ein Medley mit Italo-Pop Hits, dass die Zuhörer zum spontanen Mitsingen animierte. Angesichts dieser Bandbreite von Stücken ging der Moderator Andreas Dörtelmann unter anderem auf die Vielseitigkeit des Akkordeons ein. Die Musikerinnen und Musiker überzeugten durch die technisch präzise Interpretation der Stücke und ihre spürbare und ansteckende Spielfreude. Der Auftritt kam bei den Besucherinnen und Besuchern sehr gut an und wurde mit Standing Ovation vom Publikum belohnt. Das Akkordeon-Orchesters spielte gerne noch ein „Plink! Plank! Plunk!“ zum Abschluss.
Der Gesangverein „Westfalia“ Rhode nahm anschließend in einem dritten Abschnitt die musikalische Zeitreise mit weiteren Stücken unter anderem „Immer wieder geht die Sonne auf“ und „Hinterm Horizont“ wieder auf. Der zweite Teil wurde gemeinsam von Chor und Orchester abgeschlossen, und zwar mit Gabriellas Song aus dem Film „Wie im Himmel“ mit der hervorragender Solistin Leonie Ströver. Eine sehr berührende, passende Zugabe, die den Abend optimal abrundete. Die Konzertgäste waren begeistert von der wirklich gelungenen musikalischen Zeitreise zum Chorjubiläum.
AOS unter neuem Dirigat!
Nach gut fünf Jahren trennt sich das Akkordeonorchester von seinem Dirigenten Philippe Mascot. Nach der langjährigen Zusammenarbeit bedankt sich das Orchester für Mascots engagierte Unterstützung und wertvollen Beiträge. Die Spielgemeinschaft aus rund 15 Musikerinnen und Musikern hat die gemeinsame Zeit sehr geschätzt und war stets dankbar für Mascots musikalische Professionalität und Hingabe.
Das neue Dirigat in der Doppelspitze haben gleich zwei Spielerinnen aus den eigenen Reihen am 01. Mai 2025 übernommen. Kerstin Hoffert und Silvia Steinmetzler, beide selbst begeisterte Spielerinnen und ausgebildete Dirigentinnen.
Wer neugierig geworden ist und das Orchester unter neuer musikalischer Führung live erleben möchte, kann dies im Rahmen des Hilchenbacher Musikfestes, am 29.Juni 2025, ab 12:30 Uhr auf der Bühne vor dem Hilchenbacher Rathaus miterleben. Vorbeischauen und Zuhören dort lohnt sich auf jeden Fall.
Genaueres kann man auf der Homepage www.ao-siegerland.de oder auf Facebook und Instagram erfahren. Diese werden ab sofort wieder regelmäßig mit Neuigkeiten rund um das Orchester berichten.



